Palliative Versorgung

Palliative Versorgung

auch Palliativcare oder allgemeine ambulante palliativversorgung (AAPV)

Das Sterben gehört zum Leben dazu die Frage ist nur wie wir mit diesem Prozess umgehen. In dieser schnelllebigen Welt sind Leistung, Erfolg und Stärke gefragt das "Jung bleiben" und die Gesundheit haben bei uns einen hohen Stellenwert erreicht. Kaum jemand möchte sich das Älter werden eingestehen und mit dem Prozess des Sterbens oder dem Tod wollen wir uns lieber nicht auseinander setzen. Auch wenn die Palliativversorgung die Angst vor dem Tod nicht nehmen kann, so kann sie wenigstens versuchen diese zu mindern und dem Menschen etwaige körperliche schmerzen zu nehmen.

Wir gehören dem Palliativnetwerk WiN (Wir in Neuss) des Verein für Palliativmedizin im Rhein-Kreis Neuss an.

Was bedeutet AAPV und wofür soll das gut sein?




AAPV = Allgemeine ambulante PalliativVersorgung: Die allgemeine ambulante Palliativversorgung (AAPV) dient dem Ziel, die Lebensqualität und die Selbstbestimmung von Palliativpatienten so weit wie möglich zu erhalten, zu fördern und zu verbessern und ihnen ein menschenwürdiges Leben bis zum Tod in ihrer gewohnten Umgebung, in stationären Pflegeeinrichtungen bzw. stationären Hospizen zu ermöglichen. AAPV beinhaltet die Palliativversorgung, die von Leistungserbringern der Primärversorgung (in erster Linie den niedergelassenen Haus- und Fachärzten sowie den ambulanten Pflegediensten) mit palliativmedizinischer Basisqualifikation erbracht werden.(Definition DGP/DHPV 15.1.2009)

Das muss man sich bewusst machen

Der Grundsatz der Ambulante Palliativpflege "So viel wie nötig, so wenig wie möglich" soll heißen, dass eine Überversorgung bei einer Palliativversorgung nicht stattfindet! 
Die Verbesserung oder Genesung ist in diesem Stadium der Krankheit ausgeschlossen, es wird nicht versucht ein Leben künstlich zu verlängern! Die Lebensqualität der restliche Lebenszeit soll so weit wie irgend möglich angehoben werden. Um dies zu erreichen begleiten Sie unsere zertifizierten PalliativpflegerInnen zusammen mit einem qualifizierten Palliativarzt.

Wie lange kann eine palliative Versorgung andauern?




Eine genaue Einschätzung wie lange das Leben eines Menschen noch andauerd kann niemand treffen. Eine palliative Versorgung kann somit schon sehr früh beginnen und über einige Monate bis hin zu mehreren Jahren andauern. Dabei lässt sich die Palliativversorgung in mehrere Phasen unterteilen:

Die 4 Phasen nach Jonen-Thielemann:

  1. Rehabilitationsphase
    Ziel der Rehabilitationsphase ist, dass der Patient trotz fortschreitender Krankheit ein weitgehend normales gesellschaftliches Leben führen kann, durch eine gute Symptomkontrolle mobil bleibt und kleine alltägliche Dinge selbst verrichten kann. Leistungen zur Teilhabe kann, aufgrund der Schwere der Erkrankung, aber nur ein geringer Teil von Palliativpatienten in Anspruch nehmen.
    Diese Phase umfasst meist die letzten Monate des Lebens, manchmal sogar Jahre.
  2. Präterminalphase
    In der Präterminalphase nehmen die Einschränkungen durch die Erkrankung immer mehr zu, ein aktives Leben ist nur noch sehr eingeschränkt möglich.
  3. Terminalphase
    Die Terminalphase ist die Vorstufe des Sterbens und kann mehrere Tage oder Wochen dauern. Die Krankheit beeinträchtigt das aktive Leben des Patienten jetzt deutlich. Bettlägerigkeit und innerlicher Rückzug nehmen zu. Die Betreuung und Begleitung des Patienten und seiner Angehörigen spielt in dieser Phase eine wichtige Rolle.
  4. Sterbephase/Finalphase
    Die Sterbephase umfasst die letzten Stunden oder wenige Tage. Dabei steht im Vordergrund, den Sterbenden auf seinem letzten Weg zu begleiten, seine Würde zu achten und auf seine Bedürfnisse einzugehen. Aber auch die Angehörigen sollen in dieser schweren Phase Trost und Unterstützung erhalten.

Was kostet die palliative Versorgung?




Die Kosten für folgende palliative Leistungen trägt die Krankenkasse (SGB V):

  • Palliativmedizinische Versorgung durch Hausärzte, niedergelassene Schmerztherapeuten oder Palliativmediziner
  • Häusliche palliative Krankenpflege
  • Ärztlich verordnete Spezialisierte Ambulante Palliativversorgung (SAPV), mindestens für sieben Tage, nach Beantragung für die Länge des erforderlichen Zeitraums

Kostenlos sind Beratung, Unterstützungsangebote und ehrenamtliche Begleitung der betroffenen Patienten und ihrer Familien durch ambulante Hospizdienste. Sie finanzieren ihre Arbeit durch Zuschüsse der Krankenkassen, Spenden und ehrenamtliches Engagement.

An wen wende ich mich für die Durchführung oder Beratung?


Unsere zertifizierten Palliativpfleger stehen Ihnen gerne für eine Beratung zur Verfügung.
Rufen Sie dafür einfach unter unserer Rufnummer 02131 - 400 50 bei uns an und erkundigen Sie sich über die palliative Versorgung

Bitte haben Sie verständnis dafür, dass die palliative Versorgung sehr Zeitintensiv ist und wir daher nicht jede Anfrage annehmen können. Gerne helfen wir Ihnen im Rahmen unserer Möglichkeiten dann mittels unseres palliativ Netzwerkes eine Versorgung zu ermöglichen.